Pressemitteilung der abl, LEV, LEV FOS/BOS, BayDV und LSR: Wechselunterricht an Gymnasien und FOSBOS Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler sind besorgt, fordern noch mehr Anstrengungen beim Gesundheitsschutz und eine Teststrategie

 

Für die Schüler, Eltern und Lehrer an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen kam die Entscheidung zum Start des Wechselunterrichts sehr überraschend. In der Schulfamilie herrscht große Sorge angesichts der pandemischen Lage. „Die Politik warnt vor den Mutationen und appelliert an die Verantwortung, Home-Office wird dringend empfohlen und es herrschen ein strenger Lockdown mit Ausgangssperre. Aber die Abiturklassen und ihre Lehrkräfte sollen in den Wechselunterricht. Viele Beteiligte bringen das nicht mehr zusammen, sind zu Recht verunsichert und verärgert. Wir machen uns wirklich große Sorgen. Diese Sorgen und Ängste beeinträchtigen natürlich auch den Unterricht. Viele Lehrer und Schüler fühlen sich momentan als ‚Versuchskaninchen‘ für die im Raum stehende bayernweite Schulöffnung ab Mitte Februar”, mahnt Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv.

Wechselunterricht momentan schlechteste Lösung

„Keiner will in der jetzigen Situation den Wechselunterricht für einen Teil der Schülerschaft. Wechselunterricht ist für alle Beteiligten nicht nur die organisatorisch schwierigste und anstrengendste Variante, er ist auch weniger effektiv als gut strukturierter Distanzunterricht. Obwohl der Distanzunterricht vielerorts immer noch Schwächen hat, kann so wenigstens der Gesundheits- und Infektionsschutz der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte, des Personals und deren Familien gewährleistet werden”, stellt Susanne Arndt, die Vorsitzende der Landeselternvereinigung (LEV) der Gymnasien, fest.

Angelika Himmelstoß, die Vorsitzende der LEV der Fachoberschulen, ergänzt: "Dabei ist der Präsenzunterricht in voller Klassenstärke nach wie vor das Ziel und sollte auch das Mittel der Wahl sein, sofern es das Pandemie-Geschehen und die Rahmenbedingungen vor Ort zulassen.”

Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen: Trotz Stress und hohen Aufwands haben sich die Beteiligten in den Distanzunterricht hineinbegeben und meistern ihn. Doch nun werden halbe Kurse in die Schulen geholt, was die Lehrkräfte dann dort bindet. Dies geht auch zulasten anderer Klassen.

„Damit leidet der Distanzunterricht für die Hälfte der Abiturienten, die zuhause bleibt, und erst recht für die anderen Klassen, wenn mangels technischer Voraussetzungen in den Schulhäusern der Distanzunterricht für diese nicht unmittelbar fortgesetzt werden kann. Vielerorts müssen Lehrkräfte erst nach Hause fahren, um eine gute, stabile Internetverbindung zu haben“, erläutert Walter Baier, Vorsitzender der Bayerischen Direktorenvereinigung.

„Wir befürchten Einbußen beim Distanzunterricht bei gleichzeitiger Erhöhung des organisatorischen Aufwands und großer Sorge um die Gesundheit”, fasst Pankraz Männlein, Landesvorsitzender des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB), zusammen.

Mehr Gesundheitsschutz

Angesichts der Gefahren durch die neuen Mutationen fordern Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter von der Staatsregierung maximalen und sinnvollen Gesundheitsschutz:

  • Etablierung einer flächendeckenden Teststrategie für alle, die in die Schule kommen müssen
  • Verbot einfacher Mund-Nasen-Bedeckungen wie Schals o. Ä. und stattdessen Einführung von OP-Masken als neuem Standard in den Klassenzimmern
  • Bereitstellung von genügend FFP2-Masken für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, zumindest für die, die ein größeres Risiko tragen, schwer zu erkranken
  • Einsatz von mehr Raumluftreinigern durch Erhöhung des Fördersatzes wieder auf 100 Prozent

„Wenn im ÖPNV und in den Supermärkten FFP2-Masken getragen werden müssen, warum gilt dann nicht auch auf den Bewegungsflächen in der Schule eine FFP2-Maskenpflicht?“ fragt sich Moritz Meusel, Koordinator des Landesschülerrates.

Und Schwägerls Fazit lautet: „Zehntausende LKW-Fahrer und Pendler werden jeden Tag in Bayern getestet, das muss doch auch an den Schulen möglich sein. Nur mit deutlich erhöhtem Gesundheitsschutz ist aus unserer Sicht momentan an Präsenzunterricht in den Schulen zu denken.”

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Die Landes–Eltern–Vereinigung (LEV) der Gymnasien in Bayern e.V. vertritt 500.000 Eltern der Schülerinnen und Schüler an bayerischen Gymnasien.

Die Landes-Eltern-Vereinigung der Fachoberschulen in Bayern vertritt die Eltern der Schülerinnen und Schüler an bayerischen Fachoberschulen.

Der Bayerische Philologenverband (bpv) vertritt die beruflichen, schul- und bildungspolitischen Interessen der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in Bayern.

Der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) vertritt Lehrkräfte an Berufsschulen, Fach- und Berufsoberschulen, Wirtschaftsschulen und weiteren beruflichen Schulen.

Der Landesschülerrat (LSR) vertritt die Interessen der Schülerinnen und Schüler an bayerischen Schulen.

 

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