Referendare vom eigenverantwortlichen Unterricht befreit - LEV erreicht nach langer Diskussion wesentliche Änderung der Lehrerausbildung

Entlastung für Schüler und Lehrer in der Ausbildung

Bayerns Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo hat der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) am Freitag der vergangenen Woche überraschend angekündigt, dass er den „eigenverantwortlichen Unterricht“ der Referendare an den Gymnasien im Freistaat ab den kommenden Sommerferien (zum Beginn des Schuljahres 2019/20) beenden wird.

Diese Maßnahme war vor einigen Jahren etabliert worden, um dem massiven Lehrermangel zu begegnen. Danach waren die Referendare im dritten und letzten Teil ihrer praktischen Ausbildung verpflichtet, 10 Wochenstunden selbstständig und in eigener Verantwortung zu erteilen. Diese Unterrichtseinheiten unterlagen nicht der Begleitung durch eine andere, erfahrene Lehrkraft.

„Wir sind über diese Entscheidung des bayerischen Kultusministersaußerordentlich erleichtert“, sagt Susanne Arndt, Vorsitzende der LEV. Damit findet eine jahrelang währende Debatte ein Ende, in der die LEV immer nachdrücklich auf die Nachteile des „eigenverantwortlichen Unterrichts“ hingewiesen hat.

Das Ende des Notprogramms wirkt auf Schüler und Referendare gleichermaßen entlastend. „Die Maßnahme hat den Schülern regelmäßig abverlangt, den Verlust ihrer Bezugspersonen sowie gegebenenfalls einen Wechsel des pädagogischen Konzepts in einem Unterrichtsfach im halbjährlichen Abstand zu bewältigen“, sagt Susanne Arndt. Das wirkte sich nicht selten hemmend auf die Leistungsfähigkeit aus. Betroffen waren vor allem die Schüler der jüngeren Jahrgangsstufen, die häufig intensive Bindungen zu ihren Lehrern aufbauen.

Auch die Referendare waren benachteiligt, weil sie durch den Aufwand für die Vorbereitung der Unterrichtseinheiten von der Konzentration auf ihre Staatsexamina abgelenkt wurden. „Natürlich wollen wir, dass Referendare Unterricht erteilen. Es nützt ihnen jedoch viel mehr, wenn sie dabei auf die Anleitung erfahrener Kollegen zurückgreifen können. Diese fachliche Begleitung vermittelt Sicherheit und dient gegebenenfalls der Korrektur von didaktischen oder pädagogischen Schwächen“, sagt Susanne Arndt.

Die Landes-Eltern-Vereinigung dankt allen Referendarinnen und Referendaren, die mit großem Engagement geholfen haben, den eklatanten Lehrermangel während der vergangenen Jahre zu mildern.

Für weitere Fragen steht Ihnen die LEV-Vorsitzende Susanne Arndt unter 0172 8322178 zur Verfügung.

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