Unterstützung für „Fridays for Future“ LEV plädiert für einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit streikenden Schülern

 

Immer mehr Eltern unterstützen die Schüler, die seit Wochen an der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ teilnehmen und aus diesem Grund Schulstunden versäumen. Der Vorstand der LEV ist sich bewusst, dass es eine Schulpflicht gibt, die solche Aktionen grundsätzlich verbietet. Andererseits machen wir, wie auch die Jugendlichen, die Erfahrung, dass öffentliche Aufmerksamkeit und eine Reaktion der Politiker nur zu erwarten sind, wenn Regelbrüche die allgemeine Diskussion befeuern. Deshalb unterstützt der Vorstand der LEV die Anliegen der Schüler, die in Demonstrationen auch während der Schulzeit für ihre Zukunft auf die Straße gehen.

Die LEV fordert alle Verantwortlichen auf, einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit dem verantwortungsbewussten Handeln der Schüler zu finden - Lippenbekenntnisse der Politik ohne wirkliche Veränderungen im Handeln können und wollen weder die Schüler noch die Eltern akzeptieren!

Es ist nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen in den Schulen nicht in der Lage sind, Schüler-Streiks zu legitimieren. Sie können jedoch (unter Wahrung ihrer Verantwortung) Bedingungen schaffen, die diese unvereinbar scheinenden Ansprüche verbinden. Es ist möglich, streikende Schüler zu verpflichten, die versäumten Stunden nachzuholen. Eine stundenmäßig ausgewogene Nacharbeit begegnet wirksam dem inzwischen breit vorgetragenen Vorwurf, die Schüler würden nur deshalb streiken, weil sie dem Unterricht entgehen wollen.

Der LEV ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Versäumen von angekündigten Lernzielkontrollen aufgrund einer Teilnahme an Streiks unbedingt mit einem „Ungenügend“ zu bewerten ist. Keine gute Streikabsicht darf den Schulbetrieb derart massiv behindern, dass Notenvergabe unmöglich wird.

Artikel 1 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes definiert die obersten Bildungsziele bayerischer Schulen. Darunter befinden sich auch „Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit […] und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.“ Diese Bildungsziele wurden erfreulicherweise offensichtlich bei vielen Schülern erreicht, „Fridays for Future“ sind das Ergebnis gelungener Erziehung zur Demokratie. „Wir können nicht jahrelang politische Bildung einfordern und in dem Moment, in dem Schüler sie umzusetzen beginnen, darüber klagen, dass diese Mündigkeit unbequem wird“, sagt Susanne Arndt, Vorsitzende der LEV. Klimaschutz ist eine Aufgabe, die der gesamten Gesellschaft auferlegt ist. Die derzeit erwachsenen bzw. bereits alten Menschen haben den folgenden Generationen ein Erbe beschert, das massives Handeln notwendig macht – ein Handeln, wie es „Fridays for Future“ nachdrücklich fordert.