Bayerns Kultusministerium zu Daten eines Ganztagesvergleichs in den Ländern

Pressemitteilung des Kultusministeriums: Bayern gibt im Bundesvergleich sehr viel Geld pro gebundener Ganztagsklasse aus; der Schwerpunkt liegt auf zusätzlichen Lehrerwochenstunden. Damit garantiert Bayern eine hohe Qualität und baut außerdem das Ganztagesangebot landesweit bedarfsorientiert aus.


Originaltext der Pressemitteilung PM 153/2016:

Bayerns Kultusministerium zu Daten eines Ganztagsvergleichs in den Ländern - Bayern gibt im Bundesvergleich sehr viel Geld für Ganztagsklassen aus


Schwerpunkt auf Lehrerstunden im gebundenen Ganztag

MÜNCHEN. Bayern gibt im bundesweiten Vergleich sehr viel Geld pro gebundener Ganztagsklasse aus. Der Schwerpunkt liegt dabei - im Gegensatz zu anderen Ländern - auf zusätzlichen Lehrerwochenstunden. Damit garantiert Bayern eine hohe Qualität. Konkret stellt das Bayerische Kultusministerium zu den Daten der heute erschienenen Erhebung der Bertelsmann-Stiftung fest:

1. Bayern orientiert sich beim Ausbau und der Ausstattung von Ganztagsschulen an den Bedürfnissen der Eltern und Kindern. Entsprechend baut Bayern das Ganztagsangebot im ganzen Land Bedarfsorientiert aus.
Die Formen der Ganztagsarbeit sind entsprechend der Anliegen unterschiedlich und umgreifen sowohl gebundene Ganztagsklassen, offene Ganztagsgruppen und die Mittagsbetreuung bzw. verlängerte Mittagsbetreuung. In den vergangenen Jahren konnte jeder genehmigungsfähige Antrag eines Sachaufwandsträgers auf Errichtung eines schulischen Ganztagsangebots genehmigt werden.

2. Bayern investiert im bundesweiten Vergleich sehr viel Geld in Lehrerstunden und Zusatzpersonal im gebundenen Ganztag. Liegt der Durchschnittswert bundesweit im Primarbereich bei 22.700 Euro pro Ganztagsklasse in der Mittelstufe, so investiert Bayern 31.700 Euro. Übertroffen werden diese Ausgaben nur von den Ländern Berlin und Saarland, die ihr Haushaltsdefizit u. a. mit bayerischen Steuermitteln (Länderfinanzausgleich) ausgleichen.

3. Bayern setzt beim gebundenen Ganztag im Vergleich zu anderen Ländern vor allem auf zusätzliche Lehrerstunden, um hier eine nachhaltige und intensive schulische Förderung der jungen Menschen zu garantieren. Der Einsatz von Lehrerstunden ermöglicht zudem einen rhythmisierten Unterrichtstag und eine enge Verzahnung des Unterrichts mit den Förderangeboten.
Viele Länder favorisieren hingegen den Einsatz von Erzieherinnen und Erziehern.

4. Die Stundentafeln der bayerischen Schulen sehen - dies weist die Bertelsmann-Studie in einer Tabelle aus - bereits regulär mehr Unterrichtsstunden vor als die in den meisten anderen Ländern. Diese zusätzlichen Lehrerstunden kommen allen Schülern zugute - und zwar unabhängig davon, ob sie Ganztagsangebote besuchen oder sich dagegen entscheiden. Auf diesen Unterricht setzen in Bayern die Ganztagsangebote auf. An Grundschulen besuchen bayerische Schüler regulär durchschnittlich 26 Unterrichtsstunden, die Schüler in den meisten anderen Ländern  deutlich weniger. In Bayern besuchen Schüler in der Sekundarstufe I 32 Stunden, in den meisten anderen Ländern weniger.

5. Bayern begrüßt, dass die Bertelsmann-Stiftung erstmals verstärkt den Blick auf die Qualität der Ganztagsarbeitsangebote und weniger auf die Frage potentieller Reichweite gerichtet hat.

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

 

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